Dr. Rolf Etter

1995 - 2015, der 8. Kantonschemiker, Dr. Rolf Etter

Dr. Rolf Etter, der heutige Kantonschemiker

1996: Akkreditierung des Kantonalen Labors Zürich nach EN 45001 (Analytik) und EN 45004 (Inspektionen).

1998: Anfänglich unerklärliche Verunreinigungen in Konserven entpuppen sich als Epoxide aus den Dosenbeschichtungen. Die europaweit sehr tiefen Grenzwerte sind massiv überschritten. Die Beschlagnahme der kontaminierten Ware und die verstärkte Kontrolle durch die Importeure bringen eine rasche Verbesserung der Situation. Die Neubeurteilung der toxikologischen Daten und eine neue Gesetzgebung in der EU führen zu einheitlichen Vorgaben in ganz Europa.

2000: Die Entwicklung einer neuen Analysenmethode ermöglicht neu den Nachweis allergen wirksamer Lebensmittelbestandteile, wie z.B. Erdnüssen, in Spuren. Die einheimische Industrie reagierte rasch und verbesserte die Produktionsmethoden, so dass weniger unbeabsichtigte Vermischungen vorkommen.

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2002: Das Kantonale Labor feiert sein 125-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass präsentiert es sich auch zum ersten Mal im Internet mit einem eigenen Auftritt.

2003: Zusammen mit dem Service de protection de la consommation de Genève wählt das Bundesamtes für Veterinärwesen das Kantonale Labor Zürich zum nationalen Referenzlabor für den Nachweis von Antibiotika in Lebensmitteln tierischer Herkunft (Fleisch, Leber, Niere, Milch, Eier und Honig).

2004: Die Umsetzung des kantonalen Sanierungsprogramms 04 am Kantonalen Labor Zürich hat im Bereich der Untersuchung von Lebensmitteln einen Leistungsabbau zur Folge. Der Leistungsabbau wirkt sich auf die Entwicklung neuer Analysenmethoden und die Untersuchungen zur Qualität von Speisepilzen aus. Verzichtet wird in Zukunft vollumfänglich auf die Kontrolle von alkoholischen Getränken und Raucherwaren. Die Messung radioaktiver Verunreinigungen wird auch stark eingeschränkt. Die Gehaltsanalysen von Rohmilch bei den Produzenten werden eingestellt.
Als Folge dieser Leistungseinschränkungen werden bis Ende 2004 insgesamt 5.4 Stellen abgebaut!

2005: Anfang August wird das neue Chemikalienrecht eingeführt. Es ersetzt die bisherige Giftgesetzgebung. Die neuen Bestimmungen bringen eine Liberalisierung bei den Bewilligungen für den Handel und beim Bezug von gefährlichen Chemikalien. Für die Verwender ist der Wechsel von den roten, gelben und schwarzen Giftbändern zu den orangenfarbigen Gefahrensymbolen auf den Etiketten die augenfälligste Veränderung.

2006: Ab dem 1. Januar gilt die neue Meldepflicht für Lebensmittelbetriebe. Wer Lebensmittel herstellt, verarbeitet, behandelt, lagert, abgibt, einführt oder ausführt muss sich beim Kantonalen Labor melden und sich im Betriebsregister erfassen lassen. Wer Lebensmittel tierischer Herkunft in grösserem Umfang herstellt oder verarbeitet untersteht neu einer Bewilligungspflicht.

2010: Inkraftsetzung des überarbeiteten Gesetzes über technische Handelshemmnisse (THG), fälschlicherweise als Cassis-de-Dijon-Prinzip bezeichnet. Es zeigt sich bald, dass dies ein Flopp ist. Die in Aussicht gestellten Preisreduktionen in Milliardenhöhe treffen nicht ein!

2011: Der Reaktorunfall in Fukushima hat glücklicherweise keine Auswirkungen auf die in der Schweiz gehandelten Lebenmittel.

2013: Dr. Rolf Etter wird mit dem Werder-Preis und der Werder-Medaille 2012 ausgezeichnet. Damit werden seine herausragenden und langjährigen Verdienste beim Vollzug des Lebensmittelrechts als Kantonschemiker und Leiter des Kantonalen Labors Zürich sowie sein massgebender Beitrag bei der Förderung, Ausbildung und Prüfung von Lebensmittelchemikerinnen und -chemikern gewürdigt.
Die Stiftung ehrt mit dem Werder-Preis und der gleichnamigen Medaille Persönlichkeiten in der Schweiz, die sich auf dem Gebiet der Lebensmittelqualität und -sicherheit verdient gemacht haben. Der alle zwei Jahre vergebene Preis wurde am 15. Mai 2013 in Zürich übergeben.

2015: Dr. Rolf Etter verstirbt am 22.04.2015 an den Folgen seiner schweren, tapfer ertragenen Krankheit. Als Nachfolger bestimmt der Regierungsrat des Kantons Zürich Dr. Martin Brunner, den stellvertretender Kantonschemiker seit 1995