Insektenliebhaber auf der Zielgeraden

12.04.2017 - Mitteilung

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Mehlwurm

Der Speiseplan von Herr und Frau Schweizer wird erweitert: Ab dem 1. Mai 2017 dürfen drei Insektenarten als Lebensmittel in Verkehr gebracht werden. Mehlwürmer, Grillen (Heimchen) und Europäische Wanderheuschrecken können als ganze Tiere, zerkleinert oder gemahlen als Lebensmittel- und als Zutat verwendet werden.

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) hat zusammen mit dem Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) ein Informationsschreiben erstellt, welches die Anforderungen an die Zucht und die Verarbeitung von Insekten als Lebensmittel festlegt.
Die Primärproduzenten (Züchter) unterstehen der Meldepflicht und der Kontrolle durch das Amt für Landwirtschaft. Insekten, die zu Futtermittelzwecken gezüchtet wurden, dürfen nicht verwendet werden. Erst nach drei Generationen unter den entsprechenden Hygienebedingungen gelten sie als lebensmitteltauglich. Im Grundsatz gilt die Verordnung über die Hygiene in der Primärproduktion. Tierarzneimittel sind bisher keine zugelassen, eine Behandlung ist daher verboten.
Die Insekten müssen vor der Verarbeitung tiefgefroren und anschliessend einer ausreichenden Hitzebehandlung unterzogen werden. Diese Behandlung muss vor der Weitergabe erfolgen. Die Verarbeitungsbetriebe unterstehen als Lebensmittelbetrieb der Meldepflicht nach Art. 20 der Lebensmittel- und Gebrauchsgegenständeverordnung (LGV). Und als Verarbeiter von Lebensmitteln tierischer Herkunft bedürfen sie zusätzlich einer Bewilligung nach Art. 21 LGV.
Wie bei allen anderen Lebensmitteln muss die Rückverfolgbarkeit der Insekten lückenlos gewährleistet werden. In der Sachbezeichnung muss auf die Insekten hingewiesen werden. Da Personen, welche allergisch auf Hausstaubmilben, Krustentiere oder Weichtiere sind, allergisch auf den Verzehr von Insekten reagieren können, müssen Insekten als Zutat in der Zutatenliste wie andere Allergene speziell hervorgehoben werden.
Einige Betriebe haben bereits ein innovatives Produktsortiment vorbereitet und die Laborresultate zeigen, dass diese neuartigen Lebensmittel unter Einhaltung der strengen Hygienestandards sicher sind. Über den Geschmack wird die Kundschaft entscheiden, die Konsumentinnen und Konsumenten haben die freie Wahl. Lebende Insekten kommen jedenfalls nicht auf den Tisch und Insektenmehl darf auch nicht ohne entsprechende Deklaration einem Lebensmittel beigemischt werden.
 

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